Die Galerie “Unter den Linden” zeigt Johannes Kriesche, Paraffinbilder, Bernd Bergkemper, Skulptur und Enno Jäkel Keramik.
Die Präsentation von drei Künstlern aus unterschiedlichen Kunstpositionen hat bei Fürstin Sissi zu Bentheim-Tecklenburg in der Galerie “Unter den Linden” schon Tradition. Ausdruckstarke Arbeiten können sich so, über die Gattungsgrenzen hinweg weiter steigern und ihren eigenen Charakter, formvollendet zur Geltung bringen. So wie unterschiedliche Stimmen eines Chores erst ein Klangerlebnis bilden, wird in der kleinen und renommierten Galerie, zartes mit hartem, fliessendes mit starrem konfrontiert und zu überraschenden Wirkungen gebracht. Interessant ist auch, dass die drei Künstler einer Generation angehören, die den Kunstmarkt langsam anfängt zu beherrschen.
Johannes Kriesche zeigt Paraffinbilder. Ähnlich der Enkaustik, werden durch das mit Pigmenten gefärbte Paraffin Strukturen, “Vernebelungen” und Schichtungen möglich. Die Bilder von Kriesche bekommen so eine Tiefenwirkung, die es kaum noch möglich macht zu unterscheiden was “vorne” was “hinten” ist, was wichtig ist und was nicht. Seine Figurationen und klaren Formen werden so zu verklärten Wesen und erlauben, wieder Schichten hinter den Wirklichkeiten zu erkennen.
Bildquelle: Abbildung: Johannes Kriesche, Lichttempel 27, 2008, Paraffin auf Leinwand auf Holz, 60 x 115 cm, Copyright Johannes Kriesche
Für den Bildhauer Bernd Bergkemper ist die Ausstellungbeteiligung eine Art Heimspiel. Der aus Langenberg gebürtige Künstler ist bekannt für seine Faunaformen aus Diabas, einem harten, pechschwarzen vulkanischen Gestein. Hochglanzpoliert sind seine stark abstrahierten Formen die das Wesen Tier erkennen lassen, es aber entfernt, entrückt und doch zum Anfassen schön dem Betrachter darbieten. Die wunderschön organischen Formen prägen das Werk dieses Bildhauers und lassen den harten Stein tänzerisch elegant und leicht wirken.
Enno Jäkel ist ein virtuos arbeitender Keramiker, der die genaue Kenntnis über sein Material Ton für immer neue Gestaltungsvarianten nutzt. Er formt die Körper und drückt in den noch feuchten Ton gleichmäßige Muster ein. Diese lässt er anschließend aufbrechen, indem er sie verformt. Dadurch entstehen Weitungen von Innen, die weiche Formen entstehen lassen. Die Körper werden so zu einer in der Balance befindlichen Ausgewogenheit zwischen den inneren Kräften und der äußeren Form.
Alle drei Künstler spielen mit den von ihnen gewählten Thematiken und Formen und lassen so eine klare Betrachtung von “wichtig” und “unwichtig”, “richtig” und “falsch” nicht mehr zu. Im besten Sinnen arbeiten alle drei an der “Wiederverzauberung der Welt”.
Die Kunstagentur Hoffmann übernimmt erneut die Einführung in die Ausstellung in der Galerie “Unter den Linden”. Die Vernissage ist am Sonntag, den 7. September 2008 um 11.30 Uhr in Herzebrock-Clarholz am Kirchplatz 15. Gäste sind herzlich eingeladen. Ausstellungsdauer: 7. September – 10. September 2008.