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Monat: Oktober, 2008

Kunst auf Sylt von David Beavan

Zu den klassischen Motiven der Malerei gehört eindeutig die Marinemalerei. Sie wird auch gerne als Seestück bezeichnet. Die steigende Zahl der Kreuzfahrtschiffe und die jährlich wachsenden Fahrgastzahlen zeigen die ungebrochene Faszination, die vor allem “Landratten” dem nassen Element entgegen bringen. Doch die Seefahrt und vor allem der Fischfang sind harte Arbeit. In vielen historischen Seestücken wird dies deutlich. Sie spiegeln die alte Seefahrer Realität wider.

Doch es gibt auch zeitgenössische Künstler, die sich diesem Thema widmen. So z.B. David Beavan, der es versteht, in großformatigen Arbeiten, die raue See als fast abstrakt anmutendes, tosendes Auf- und Ab so dramatisch zu formen, dass wenig Romantik aber viel Elementares auf den Betrachter herüber zu schlagen scheint. Das der Fischkutter in stürmischer See zum Spielball der Urgewalt “Meer” wird und dass der Betrachter sich mittendrin wähnt, ist eine Qualität der Arbeiten von David Beavan.

Daher wundert es nicht, dass gerade in den Küstenregionen und vor allem auf der Urlaubsinsel Sylt Beavans Seestücke gut vertreten sind. Neben mehreren Bildern und auch ganzen Schwimmbadgestaltungen in Privathäusern in Kampen oder Keitum, sind einige Bilder des Kunstmalers öffentlich zugänglich. So z.B. in der alten Bootshalle bei Gosch in List. In der nördlichsten “Fischbude” in Deutschland sind vier großformatige Arbeiten von David Beavan zu sehen. Und sie hängen genau da, wo Fische und anderes Meeresgetier, das Ergebnis der Arbeit der Fischer, verkauft werden. Der Betrachter kommt dicht an die bewegten und in ihrer Dramatik stark wirkenden Arbeiten heran und findet sich in einem starken Kontrast, heil und unbedroht inmitten der Produkte dieser gemalten harten Realität.

Weitere Werke von David Beavan finden Sie hier bei der Kunstagentur Hoffmann.

Erst kürzlich mit viel Erfolg zu Ende gegangen ist die Ausstellung “Sunday Walk” mit Landschaftsmalerei von David Beavan. Ähnlich wie bei den Seestücken hat David Beavan hier die klassische Landschaftsmalerei aufgegriffen und in die Formensprache der Neuzeit übertragen. Auch hier wähnt sich der Betrachter mittendrin. Beavan gelingt es den Augenblick festzuhalten und dem Betrachter ohne Umwege oder kunsthistorische Erklärungen zu übermitteln. Beobachtet man Besucher in seinen Ausstellungen, so wenden sich diese durch die im Grunde einfache Erschließung der Bilder nicht gelangweilt ab, sondern bleiben wie gebannt davor stehen – die Faszination des Augenblicks.

Ren Rong – Pflanzenmenschen – Kunstdialog in Hilden

Ren Rong ist längst kein unbekannter Künstler in Deutschland mehr. Der 1960 in Nanjing in der Volksrepublik China geborene Künstler besitzt seit 1990 auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Ren Rong arbeitet seit über zwanzig Jahren abwechselnd in Deutschland und China. Ren Rong ist somit ein gesamtdeutscher Künstler und Weltenbürger in einem.

Seine Heimat mit der über 5.000jährigen Geschichte und der tiefen Prägung der Kulturrevolution, der Innovationsfreude und der Lebenslust der Menschen dort,  gegenüber unserer “kurzen” gesamtdeutschen Geschichte und der manchmal etwas schwermütigen Art der Menschen hier.

Bildquelle: Geuer und Breckner, Pflanzenmensch Eisenskulptur

Ein spannender Lebenskontrast und ein reiches Feld an Kunst- und Kulturformen die sich verschmelzen, einander befruchten und neues Leben spriessen lassen.

So oder so ähnlich könnte man Ren Rongs arbeiten der “Pflanzenmenschen” umschreiben. Auf mehrteiligen Bildern, die die chinesische sozialistische Kunst zitieren wird eine Pflanzenmenschenform eingegeben. Als Muster darüber gelegt und so Teil der Komposition werdend, als automomes Zeichen, als Eisenskulptur oder florales Blütenmotiv innerhalb von realistisch gemalten Pflanzen, Büschen und Sträuchern.

Bildquelle: Geuer und Breckner: Ren Rong

Man könnte an Elemente des chinesischen Scherenschnitts denken, wenn der im Profil gezeigte Kopf nicht diese Zackenbekrönung hätte, die auch als Krone durchgehen könnte. Das Profil mit dem offenen Mund über dem blätterbewachsenen Stengelhals, der sich schlangenförmig mit Blattwerk zu Boden rangt sind in vielen Arbeiten als Muster, Hauptmotiv oder als Skulputur frei ausgearbeitet, mal kurz, mal lang zu sehen.

Pflanzenmenschen eben. Oder als Zitat von Mao, der mit den “lasst 100 Blumen blühen…” einen der Sätze der späteren Kulturrevolution prägte und das ganze Land China veränderte und die Menschen in ihm. Pflanzenmenschen als Sinnbild für menschliches Leben in Einklang und Teil der Natur, aber auch Pflanzenmenschen zurückgestutzt auf Überleben und weniger als Individuum oder als Zivilisationsprodukt gesehen. Und was ist aus den Menschen geworden? Eine neue Art, eine neue Entwicklungsstufe? Fragen an die Werke und den Künstler dahinter.

Ren Rongs Werk ist abwechslungsreich und nimmt fast alle Kunstgattungen auf: Malerei, Holzschnitt, Skulpturen und Objekte sowie Installationen. In Hilden wird Ren Rongs Malerei gezeigt. Seit den 90er Jahren gibt des den “Pflanzenmenschen” in Rongs Werk.

Ein Aufhänger zum Dialog mit dem Künstler Ren Rong, eine Metapher für die politischen Entwicklungen in China und als Chiffre für den möglichen Dialog von Ost und West, von China und Deutschland im hier und jetzt. Die Ausstellung vom Kulturamt der Stadt Hilden in Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Galerie Geuer und Breckner wird vom 9.11. bis 30.11.2008 im Kunstraum im Gewerbepark Süd, Hofstrasse 64 in Hilden gezeigt.

Christiane Hoffmann von der Kunstagentur Hoffmann wird in die Ausstellung “Pflanzenmenschen” in Hilden einführen und einen Kunstdialog mit dem Künstler führen.

 

Junge russische Malerei von Nadia Buchwald in Gütersloh

Junge russische Kunst hat zwei Erkennungszeichen. Einmal ist es die hohe handwerkliche Präzision gepaart mit gediegener Kenntnis der Kunstgeschichte im allgemeinen und der russischen im besonderen. Dazu kommt noch der unverstellte Blick und die freie Motivwahl, die sich nicht in zeitgenössische Raster zwingen läßt.

Eine solche Künstlerin stellt ab dem 12. Oktober 2008 in Gütersloh aus. Nadia Buchwald stammt aus einer kunstaffinen Familie und ist als gebürtige Moskauerin mit ihrem Mann ins “beschauliche” Hannover gezogen. Als Absolventin des bekannten Moskauer Kunst Lyceums der Russischen Kunstakademie und der Moskauer Staatsakademischen V. Surikov Kunstakademie gehört sie zu den Top Nachwuchskünstlern Russlands. Das sie ebenfalls der Internationalen Künstlervereinigung und der Nationalen Künstlervereinigung Russlands sowie der Moskauer Künstlervereinigung angehört verwundert dann nicht mehr.

13 Arbeiten, mittelformatig in klassischer Technik der Öl auf Leinwandmalerei gefasst sind zu sehen. Landschaften, Stillleben und wenige Personen in Interieurs oder im Freien. Die Malerei ist mit schnellem, schwungvollem Strich, in leuchtenden, klaren Farben gemalt. Die Freude an realistischen Szenen und beschaulichen Ecken und Winkeln in der Welt, die die Künstlerin schon viel bereist hat, ist zu spüren.

Der russische Realismus des 19. Jh. der sich viel und oft mit den französischen oder deutschen Impressionisten und später auch den Expressionisten mischte und die Nähe beider Großräume auch darstellte, wird wieder greifbar.

Darüber hinaus schafft Nadia Buchwald mit ihrer sympathischen und offenen Malerei, die gute Laune aber auch Tiefe und Kontemplation zuläßt, den universellen Blick einer Weltbürgerin.

Sie findet in chinesischen Motiven, wie in französischen Strassenszenen oder schweizer Seestücken naturlyrische Ausschnitte, die mit intensiven aber transzend aufgetragenen Farben Stimmung und Athmosphäre zu schaffen vermögen.

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Alle Bilder unterliegen dem Copyright der Künstlerin

Momentaufnahmen von Schönheit, Frieden und freundlicher Ruhe entstehen, die die Welt feiern und den Blick auf die herrlichen Seiten des Lebens lenken, ohne Tiefgang oder Relevanz zu verleugnen. Realismus und Erhabenheit auch im Alltäglichen oder im scheinbar kleinen, gezeigt durch die Sichtweise einer jungen russischen Künstlerin. In der globalisierten Welt kann auch der Dialog der Kulturen durch Kunst und das finden der Motive jenseits von räumlicher Nähe ein fruchtbringender Austausch sein.

Nadia Buchwalds Arbeiten waren erst einmal in Deutschland zu sehen, 1995 in Bad Kreuznach. Sonst sind sie aber schon oft in Ausstellungen in Europa vorallem der Schweiz und in Frankreich, in Amerika und China und natürlich in Russland zu sehen gewesen.

Die Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann von der Kunstagentur Hoffmann führt in das Werk und die Ausstellung ein und steht für Auskünfte zur Verfügung.

Dreizehn aus Gütersloh in Oldenburg – BBK Ausstellung

Es ist ein Gegenbesuch und eine Ausstellung, die die große Bandbreite einer Kulturregion zeigt. 13 Künstlerinnen und Künstler aus dem Kreis Gütersloh sind zu Gast beim BBK Oldenburg. Vorher waren sieben Oldenburger Künstlerinnen und Künstler zu Gast im Kunstverein Gütersloh. 13 unterschiedliche Positionen der Kunst und ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, die sich am 3. Oktober 2008 in Oldenburg zur Eröffnung der Ausstellung einfanden.

Pedro Barrocall zeigt die Werkgruppe “Abschiede”, realistisch gemalte und chaotisch geschichtete Bücher die auf drei Leinwänden verteilt, wie ein Tryptichon wirken. Beate Freier-Bongaertz zeigt die Arbeit “Zwischen den Stühlen”, eine Installation, die Zeichnerisches mit einem Stuhl und Anklänge an eine Performance wach werden lassen. Michaela Berning-Tournier zeigt eine Werkgruppe aus vier Arbeiten mit dem Titel “Missgelaunt”. Viermal ein Geschicht, das sich missgelaunt langsam in seine Einzelteile explosiv zerlegt.

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Galeriejubiläum Mandos-Feldmann – 25 Jahre und taufrisch

Wenn eine Galerie ein Jubliäum feiert, sind es oft überschaubare Zeiträume von 5 oder 10 Jahren. Selten gibt es ein Jubiläum über 25 Jahre.  Da muß man schon Ausdauer, eine gute Hand, wirtschaftlichen Erfolg und immer einen “guten Riecher” haben.

Die Galerie Mandos-Feldmann in Westerstede wurde in diesen Tagen 25 Jahre alt. Mit der Ausstellung “Weather-Report” der Berliner Künstlerin Marion Angulanza wurde das Jubiläum inhaltlich begonnen. Mit dem “Art-Weather-Report” ordnete Christiane Hoffmann von der Kunstagentur Hoffmann, die Geschichte der Galerie in die Kunstgeschichte der letzten 25 Jahre ein. Welche Kunstmoden, eingebettet durch die großen Kunstereignisse wie documenta 7 bis 12, Tod Joseph Beuys oder den 10ten Geburtstag von google, die Sammler, Künstler und die Galeristin begleiteten.

Was gab es nicht alles als absolutes Muß: Zeichnung, Videokunst, Performance, Fluxus und das Amerikanische Kunstjahrhundert, das von 1945 bis 2001 dauerte. Oder heute die Rückbesinnung auf den Realismus und die Landschaft die allenthalben wahrzunehmen ist. Über 100 Kunden, Künstler und Gäste waren der Einladung der Galeristin Christel Mandos-Feldmann gefolgt und erlebten einen künstlerischen und kulinarischen Streifzug durch 25 Jahre Galeriegeschichte.

Und wiedereinmal zeigt sich, dass das Herz für Kunst in Deutschland auch in der sogenannten Provinz schlägt und zwar kräftig und stark. Auf die nächsten 25 Jahre!

Hier ein paar Impressionen:

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