Renate Temme zeigt Kafka trifft bunte Kuh in Schlangen

Christiane Hoffmann | November 30th, 2008 - 22:15

Renate Temme ist als Malerin in der Farbe und in der Gegenständlichkeit zu Hause. Ihre meist großformatigen Bilder zeigen Portraits, die im klassischen Sinne keine sind, sondern Typen und typisches im Antlitz von Menschen transportieren. Intensiv ist die Auseinandersetzung, oft auch die Farbwahl, die die Bilder Temmes zu Atmosphären verdichtet.

Sie schaut genau hin und schafft es auch in Tierköpfen Persönlichkeit und Schicksal hineinzulegen. Kafka und Else Lasker-Schüler sind von ihr als Annäherung an ihre schriftstellerische Kunst im Bild festgehalten worden. Eine Annäherung, die auch als Hommage an die Kunst der beiden gedeutet werden kann.

Alle Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens kann man als Betrachter wiederentdecken oder erahnen, wenn man sich einlassen will auf die figurative Formensprache. Immer ist jedoch auch ein tiefes hoffnungsvolles Moment in den Bildern, die den Betrachter nicht ratlos zurück lassen, sondern wie die Arbeiten “sau-bunt” oder “sau-grün” mit einem Schmunzeln ziehen lassen.

Christiane Hoffmann von der Kunstagentur Hoffmann hat in die Ausstellung von Renate Temme in der Volksbank Schlangen eingeführt.

Hubertus Bordfeld – Visionär und Rastertechniker

Christiane Hoffmann | November 29th, 2008 - 23:10

Hubertus Bordfeld ist seit Jahren im Bereich Fortbewegung zu Hause. Daher hat er seinen Blick auf die Welt im Allgemeinen und auf die kleinen Dinge im Besonderen gelenkt. Und was ihm auffällt, dass wird fotografiert, neu arrangiert oder einfach technisch virtuos verfremdet. Bordfeld ist wohltuend politisch und hintergründig, wenn er Motive und Anregungen in seine Arbeiten aufnimmt. Auch technisch ist der Künstler nicht festgelegt im klassischen Kanon der Kunstgeschichte. Ein Quereinsteiger, der mit viel Neugier und Freude technisches mit künstlerischem verbindet. Der offen ist für den Zufall und auch mit der scheinbaren Totalzerstörung einer Arbeit immer noch kreativ und hintergründig, schmunzelnd umgehen kann. Endlichkeit oder immer wiederkehrende Themen der Menschheit sind ihm nah, wie Jahreszeiten, Mutter und Kind, aber auch hochpolitische Themen, wie der Zusammenbruch eines Wirtschaftssystems oder die Umverteilung von Reichtum oder der Gier von wenigen auf Kosten von vielen.

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Die Inhalte sind nicht einfach zu entschlüsseln. Bordfeld benutzt eine subtile Bildsprache und spielt viel mit den Auswüchsen einer infantilen Gesellschaft, die scheinbar immer nur spielen will und den Blutzoll dahinter gerne verdrängt. Bordfelds Kunst ist nicht nur „Gute Laune Kunst”, auch wenn Plüschtiere, Urlaubsstimmungen oder Gummibärchen vorkommen. Sie ist tiefsinnig und bissig, aber auch immer wieder offen für Hoffnung, Schönheit und den unkonventionellen Blick der Schmunzeln macht.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Hubertus Bordfeld. Mehr Kunst von Bordfeld zeigen wir Ihnen hier.

Wiedenbrücker Schule Museum eröffnet

Christiane Hoffmann | November 27th, 2008 - 22:42

In Rheda-Wiedenbrück ist das “bundesweit einzigartige” Museum zur Geschichte des Historismus und zur Stadtgeschichte Wiedenbrücks eröffnet worden. Der wirtschaftsgeschichtlich und kunsthistorische Schwerpunkt des Museums liegt auf den Werkstätten und dem Arbeitszusammenhang in Wiedenbrück im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Dort arbeiteten zweitweise über 20 Werkstätten im Bereich der sakralen Kirchenausstattung. Altarbau, Bildhauerei, Malerei und Polychromie waren mehrfach vertreten. Die Werkstätten standen in engem Kontakt und lieferten in hohem Spezialisierungsgrad gefertigte Kircheneinrichtungen. Ganze Ensembles oder nur die Kommunionbank, sakrale Bildwerke oder Krippen. Alles wurde in Wiedenbrück gefertigt und in die ganze Welt exportiert. Dieser verlorengegangenen Tradition widmet sich ein Großteil des Museums. Darüber hinaus ist der Bestand des Heimatmuseums Wiedenbrück, mit den Schwerpunkten zur Stadtgeschichte in der Sammlung aufgegangen. Eine überarbeitete Abteilung des neuen Hauses setzt sich mit den neusten Erkenntnissen der Stadtgeschichtsforschung auseinander. Eine kleine Kabinettausstellung in der Stadtgeschichtsausstellung stellt die Lyrikerin Luise Hensel vor.

Wiedenbrücker Schule Museum

Die Kunstagentur Hoffmann hat die Texterstellung und die Konzeptionsweiterentwicklung für die Trägerstiftung Ausstellung- und Begegnungsstätte Wiedenbrücker Schule für das neue Museum übernommen und ausgeführt. Darüber hinaus sind der Museumsflyer, der Museumskatalog und das museumspädagogische Konzept von der Kunstagentur Hoffmann erstellt worden. Die Internetseite des Wiedenbrücker Schule Museums und des zu einem Drittel als Veranstalter und Träger agierenden Heimatvereins Wiedenbrück-Reckenberg e.V. sind ebenfalls von der Kunstagentur Hoffmann erstellt worden. Die Seite des Heimatvereins Wiedenbrück-Reckenberg e.V. wird auch weiter betreut.

Last drops of fresh rainwater – David Beavan

Christiane Hoffmann | November 22nd, 2008 - 19:58

Das Projekt “Last drops of fresh rainwater” des Malers David Beavan ist das umfassende malerische Bekenntnis eines Zeitgenossen und Beobachters der Welt in den Jahren 2006 bis heute.

Wie ein Tagebuch, allerdings mit malerischen Mitteln, fasst Beavan in mittlerweile mehr als 100 Bildern seine täglichen oder wöchentlichen Gedanken und Reflexionen zu Nachrichten der Welt zusammen.

Aus dieser Chronik der Gegenwart ist ein Monumentalgemälde entstanden. Dieses Monumentalgemälde wollen wir auf einer extra Seite der Kunstagentur Hoffmann in seiner umfassenden Art und Weise vorstellen und ihm damit einen besonderen Raum geben.

Einzelbilder mit den Gedanken und Reflexionen des Künstlers werden wir alle drei Tage hier vorstellen und als ganzes in der Bilderübersicht sichtbar machen. So wird der Entstehungsprozess und die Projektidee dokumentiert.

Im Januar 2009 wird das Monumentalgemälde in Hamburg St. Pauli erstmals öffentlich präsentiert.

Künstlergespräch mit Ren Rong in Hilden

Christiane Hoffmann | November 10th, 2008 - 14:30

Die Stadt Hilden zeigt bis zum 30.11.2008 die Ausstellung Ren Rong – Pflanzenmenschen. Zur Eröffnung am Sonntag, den 09.11.2008 im Kunstraum des Gewerbehofes Süd, Hofstrasse 64, führte der anwesende Künstler Ren Rong ein Künstlergespräch mit der Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann.

Bildquelle: Christiane Hoffmann und Ren Rong während des Künstlergesprächs

Die stimmige und gelungene Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Galerie Geuer und Breckner und nimmt das Motiv des “Pflanzenmenschen”, das Ren seit den 90er Jahren entwickelt hat, als Leitmotiv auf. Stahlskulpturen, Holztondi, Malerei und Materialarbeiten sind zu sehen. Das erdtonige und die warmen Herbstfarben der Arbeiten lassen die unterschiedlichen Kunstpositionen in einen harmonischen Dialog treten.

Bildquelle: Christiane Hoffmann, Ren Rong, Til Breckner, Hilden

Der bei Bonn lebende Künstler führte aus, dass er als Künstler auf zwei Kontinenten arbeitend, seine ideale Daseinsform gefunden hat. Beide Kontinente, Asien und Europa halten für ihn starke Motive und Energie bereit, die er für seine Arbeit braucht. Jedes Land speist so in seiner spezifischen Art und Weise das Werk Rens. Allerdings wäre für ihn, der Wechsel der Wohnorte immer mit gegenläufigen Träumen verbunden. In China träume er deutsch und in Deutschland chinesisch, erklärte Ren dem interessierten Publikum.

Bildquelle: Ren Rong: Pflanzenmenschen

Ob er seine Pflanzenmenschen auch in ganz anderen Aggregatzuständen denken könnte, wollte die Kunsthistorikerin von Ren Rong wissen. “Ja, z.B. wenn er für eine Landes- oder Bundesgartenschau eingeladen würde, könnte er sich auch Pflanzen oder andere Mittel für seine Kunst vorstellen”, antwortet Ren.

Der vielbeschäftigte Künstler, zur Zeit werden fünf Ausstellung von Ren Rong in Deutschland gezeigt, beschrieb auch seine Arbeitsweise dem Publikum. Bei Stahlarbeiten brauche er Hilfskräfte, die seine Vorzeichnungen aus dem Stahl schneiden würden und auch die Abschlussarbeiten wie entgraten oder für den Korrosionsprozess vorbereiten, nimmt der Künstler die Hilfe von Materialspezialisten an. Das seine Stahl-Pflanzenmenschen musikalisch seien, hätte er auch erst beim Verladen von einigen Skulpturen festgestellt. Als beim Aneinanderschlagen der Spitzen und Grate plötzlich sehr melodische Klänge entstanden seien. “Überhaupt”, so Ren, “seien diese Arbeiten von ihm zum Anfassen und zum Klopfen ideal”, und die Gäste sollten doch das mal ausprobieren. Nur bei den anderen Arbeiten führte der Künstler augenzwinkernd aus, sei das leider nicht möglich.”

Trotz Erkältung und drohender Heiserkeit, nahm sich der Künstler im Anschluss an das Gespräch noch Zeit mit den Gästen über seine Arbeiten zu sprechen und signierte bereitwillig seine Kataloge. Der Künstler und die Besucher genossen das Künstlergespräch zur Eröffnung und dankten Christiane Hoffmann von der Kunstagentur Hoffmann für diese besondere Art der Einführung.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30.11.2008 im Kunstraum im Gewerbepark Süd, Hofstrasse 64, Hilden zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag: 14 – 18 Uhr, Samstag + Sonntag: 11 – 16 Uhr, Montag geschlossen.

Für Schulklassen oder interessierte Gruppen kann auch ein Besuchstermin vereinbart werden. Kontakt kann mit dem Kulturamt Hilden aufgenommen werden.

Alle Fotos: Joerg Pruss, Düsseldorf





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