Dreizehn aus Gütersloh in Oldenburg – BBK Ausstellung

Oktober 3rd, 2008 - 20:33

Es ist ein Gegenbesuch und eine Ausstellung, die die große Bandbreite einer Kulturregion zeigt. 13 Künstlerinnen und Künstler aus dem Kreis Gütersloh sind zu Gast beim BBK Oldenburg. Vorher waren sieben Oldenburger Künstlerinnen und Künstler zu Gast im Kunstverein Gütersloh. 13 unterschiedliche Positionen der Kunst und ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, die sich am 3. Oktober 2008 in Oldenburg zur Eröffnung der Ausstellung einfanden.

Pedro Barrocall zeigt die Werkgruppe “Abschiede”, realistisch gemalte und chaotisch geschichtete Bücher die auf drei Leinwänden verteilt, wie ein Tryptichon wirken. Beate Freier-Bongaertz zeigt die Arbeit “Zwischen den Stühlen”, eine Installation, die Zeichnerisches mit einem Stuhl und Anklänge an eine Performance wach werden lassen. Michaela Berning-Tournier zeigt eine Werkgruppe aus vier Arbeiten mit dem Titel “Missgelaunt”. Viermal ein Geschicht, das sich missgelaunt langsam in seine Einzelteile explosiv zerlegt.


Esther Burger ist mit acht Arbeiten vertreten. Alltagsgegenstände sind von der Künstlerin durch transparenten Klebstoff fixiert und erkennbar, aber entrückt auf postkartengroße Objektträger gebracht worden.

Karl-Heinz Essig zeigt zwei “Herbst”-Arbeiten in tonigen Erdfarben und mit Pflanzenresten bestückt gehalten. Werden und Vergehen in fantastischen Umräumen, die ihre Künstlichkeit und ihr Entrücktsein offen zu Schau tragen. Detlef Güthenke zeigt vier Fotoarbeiten mit dem Titel “Kaffeebild” von dramatisch aufgeschaukelten und explosiv sich entladenden Kaffeetassen. Der tägliche Kaffee-Super-Gau als Fotokunst. Genial und alltäglich zugleich.

Wolfgang Meluhn zeigt zwei großformatige Malereien, die sich mit gesellschaftlichen Phänomenen wie Opernball und Politikerschicksalen humorig und hintergründig auseinandersetzen. Rita Oerters ist mit den Arbeiten “zwei-Seiten” “Seitenwechsel” “Gegenseitig” “Seitensprung” vertreten. Sie ist mit dem Oldenburger Armin Wildner zusammen die Erfinderin der regelmäßigen Austauschausstellungen zwischen Gütersloh, OWL und Oldenburg, die schon seit Jahren die fruchtbare Zusammenarbeit der Kulturregionen befördern.

Irmela Osthus hat vier Arbeiten in Collagetechnik mit zeichenhaften “Icons” von Mensch und Bewegung  mit statischen aber allgemeinverständlichen Elementen zusammengebracht. Barbara Remmert hat sich mit Frottagetechnik der Fauna, genauer Bäumen angenähert und sie so noch “lebendig” und nicht als Brett aus der natürlichen Rundung in die flache Zweidimensionalität gebracht. Rita Riedel lässt Anklänge an herbstliche Küstenlandschaften oder die leicht geschwungenen Weiten Ostwestfalen-Lippes verfremdet und wieder als Herbststimmung erkennbar werden lassen.

Gaby Wieging, die einzige Plastikerin der Gruppe, hat eine Werkgruppe aus drei Alabasterskulpturen in Reihung und aus der Flucht treten lassen mitgebracht. Stein in scheinbar “chaotisch” unsortierter Buchreihung.

Den Abschluß bilden die Objektkästen von Christoph Winkler, der Fundstücke und Alltagsgegenstände in figürlicher Anordnung mit großflächiger, farbintensiver Fassung zu phantastischen Gestalten in die Dreidimensionalität rückt. Überraschend anders und spielend mit der Erwartungshaltung des Publikums, ist die Gruppenausstellung differenziert und aufeinander bezogen zugleich.

Christiane Hoffmann von der Kunstagentur Hoffmann führte in die Ausstellung und die Werke der Künstlerinnen und Künstler ein.

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply





Kunst aus dem Automaten