Eröffnung Anja Warzecha – Transitions in der Otmar Alt Stiftung

Am Sonntag, 12. November 2017 wurde die Ausstellung „Transitions“ von Anja Warzecha feierlich in der Otmar Alt Stiftung in Hamm eröffnet.

Die diesjährige Stipendiatin der Otmar Alt Stiftung Anja Warzecha zeigt in der Abschlussausstellung mehr als 40 Arbeiten, die teils in Hamm in der Otmar Alt Stiftung entstanden sind, teils bereits vorher realisiert wurden. Durch den längeren Zeitraum der Werkreihen, ist die Handschrift der Künstlerin, die an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle studiert hat, gut zu erkennen.

Bild: Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann und Künstlerin Anja Warzecha

Perfekte malerische Technik ist der Schlüssel, um die Oberflächen und Texturen der Werkreihe „Behausungen“ zu schaffen. Anja Warzecha ist bereits viel in der Welt herum gekommen und sammelt auf ihren Reisen Motive und Fragmente, die sie malerisch neu arrangiert, in Gemälde einfließen lässt. Die Werkreihe verleugnet die Herkunft Architektur nicht, ist aber stark verkürzt und „derangiert“, so dass ein wirkliches Wohnen im Sinne von Architektur nicht möglich ist. Hier ist künstlerische Handschrift und Imagination der Treibstoff der Wiedergabe. Allen Architekturelementen ist einig, dass die Künstlerin sie in den gesehenen Kontext für außergewöhnlich hielt und sie ihr deshalb aufgefallen sind. Die Maserung des Holzes, der Vorhangstoff, der Aufkleber auf einer Lade, die Metallstruktur, das Fenstergitter. Jedes verwendete Detail ist bekannt und kann meist auch von der Betrachterin gedanklich in einen Ursprungszusammenhang „rekonstruiert“ werden. Die künstlerische Weiterverwendung enthebt die „Versatzstücke“ aber komplett heraus aus der Alltagssituation und gib ihnen eine autonome ästhetische Qualität. Die Architekturformen sind losgelöst von der Verwendbarkeit und werden Malerei. Anders als bei der Architektur wird dabei bewusst auf eine räumliche Tiefe verzichtet. Eine Nichtarchitektur, die deshalb irritiert, weil zwar Giebel, Fenster, Türen, Stürze und Läden erkennbar sind, aber diese auf eine Zweidimensionalität reduziert sind, die eine Räumlichkeit unmöglich macht. Flach, neben- und aufeinander geschichtet, die Formen des Giebels hintereinander als Echo wiederholend, aber keine räumliche Tiefe, nirgends. Auch die Fenster sind blinde Flächen, die keinen Raum öffnen. An jeder Stelle werden die Seherwartungen bedient und gleich wieder gebrochen.

Anja Warzeche ist eine Weltenbummlerin die 6 Monate intensiv in der Ruhe und Abgeschiedenheit des Münsterlandes in der Otmar Alt Stiftung gearbeitet hat, das schließt sich fast aus. Aber eine Reisende ist immer auf ihrem Weg eine Fremde, die Obhut und freundliche Aufnahme braucht. Das fand Anja Warzecha in der Stiftung und im Stifter Otmar Alt, der selber wenn auch Jahrzehnte vor Warzecha, ein Künstler-Wanderer war. Hier und dort traf künstlerische Arbeit auf Inspiration und freundliches Miteinander.

 

Bild: Stifter Otmar Alt und Stipendiatin Anja Warzecha

So durch das Stipendium verbunden schuf Warzecha pausenlos und die Mitarbeiter der Stiftung und der Gremien begleiteten den kontinuierlichen Schaffensprozeß mit Anerkennung und Neugier. Eine gute Zeit, da waren sich alle einig.

Noch sind die Eindrücke des Stipendiums frisch und der direkte Niederschlag in Warzechas Arbeiten nicht zu greifen, aber ihre bisherigen Themen zeigen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das Münsterland und diese besondere Zeit im Leben von Anja Warzecha ihren Niederschlag findet.

Die besondere Stimmung dieser Zeit fand sich auch bei dem Vernissagepublikum, die vielfach den 6monatigen Zeitraum mitbegleitet hatten. Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann, die auch den Katalogtext verfasste, brachte diese besonderen Facetten während ihrer Eröffnungsrede auf den Punkt.

Bild: Christiane Hoffmann während der Einführungsrede der Ausstellung Anja Warzecha – Transitions

Ausstellungsdauer: 12.11.2017 – 14.01.2018 in der Otmar Alt Stiftung

Öffnungszeiten: Sonn- und Feiertage von 11 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung. An jedem 1. Sonntag im Monat findet um 11.30 Uhr eine öffentliche Führung statt.

Ort: Otmar Alt Stiftung – Obere Rothe 7 – 59071 Hamm – Telefon: 02388/2114 – www.otmar-alt.de

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