Der Paderborner Konzeptkünstler Hubertus Bordfeld hat in seiner neuen Werkserie “Trauerfälle” mit dem uralten Ritual der Beerdigungsaufbahrung künstlerischen Kontakt zu dem Zustand einiger bekannter Unternehmen auf deutschem Boden aufgenommen.
Wirtschaftskrise hin, Unfähigkeit her, der Zustand der Wirtschaft im Land ist bedrückend und die Worte und Zeichen damit umzugehen drohen den Menschen auszugehen.
Bordfeld nimmt den aktuellen Zustand “draussen im Land” und bringt die Schreckensmeldungen in einen künstlerischen Zusammenhang. Das Sterben von Markenunternehmen ist das eine, das Verschwinden der Symbole ein anderes.
Warum nicht trauern um liebgewonnenes, das droht wegen Firmenpleite für immer vom Warentisch der Konsumgesellschaft zu verschwinden. Natürlich sind das keine lebenswichtigen Dinge, aber es sind Symbole für Generationen von Menschen, sei es als Unterbuchsenträger, Porzellan- oder Eisenbahnsammler oder einfach als Handybenutzer.
Und natürlich für viele Menschen die bei den Unternehmen gearbeitet haben. An die Wand gefahren von Menschen, die vielleicht Trauer empfinden, denen diese Schicksale von Menschen und Firmen vielleicht aber auch einfach egal sind. Hauptsache die Boni stimmen.
Bei Bordfeld ist die Anteilnahme groß und er nimmt der “Ware” und der “Marke”das Sachliche und stellt die gestorbenen Größen in eine menschliche Dimension, die vielleicht wenn sie mehr verbreitet gewesen wäre, das Sterben verhindert hätte.
Teilnahme, Verantwortungsgefühl und einfach das Wissen um den möglichen Verlust sind alles zutiefst menschliche Eigenschaften, die auch der Wirtschaft, als Ebenen der Menschen und Dinge gut tun würden.
Aber jetzt heißt es Trauerarbeit leisten, vielleicht ein heilsames Ritual für die Heilung von Hirn und Herz.