Franz Ulrich Göttlicher – Ausstellungsimpressionen

Die neue Ausstellung der Galerie Hoffmann Contemporary Art mit dem Titel „Auch BAD BOYS haben Haustiere“ des Berliner Künstlers Franz Ulrich Göttlicher wurde mit großem Bahnhof eröffnet. Die über 70 Arbeiten umfassende Ausstellung wurde von einem der bekanntesten deutschen Kunsthistoriker, Prof. Dr. Manfred Schneckenburger eröffnet. Über 100 Vernissage-Gäste waren versammelt als der Nestor der Deutschen Kunstgeschichte, Leiter der documenta 6 + 8, Erfinder der „Lichtsicht-Projektionsbienale“ und vielfacher kunsthistorischer Autor und Universitätsprofessor seine Rede über die Arbeiten von Franz Ulrich Göttlicher aus Berlin begann.


Bild: Galeristin Christiane Hoffmann, Künstler Franz Ulrich Göttlicher, Prof. Dr. Schneckenburger

Schneckenburger beleuchtete die malerische Qualität und die Themen Göttlichers, den er schon länger, erst als Professor an der Akademie und heute als freien Künstler, begleitet.

Göttlicher hat sich bereits in den frühen 2000er Jahren mit unbequemen Themen aus der eigenen Familie und der Zeitgeschichte beschäftigt, um der Frage nach den Verstrickungen und der eigenen Beeeinflussung durch die Generationenweitergabe von Angst, Wut und Trauer zu entgehen. Aus der „Selbsttherapie“ nicht unähnlich dem älteren deutschen Maler Anselm Kiefer entwickelte Göttlicher für sich die Frage nach dem Rollenbild für den Mann weiter.

Wie ist „Mann„, diese Frage nach einem Stereotyp, der im gesellschaftlichen Diskurs immer noch stark zwischen den Schlagworten „Macho“ und „Softi“ schwankt, wollte Göttlicher nahe kommen. Wohin mit Wut und Verzweiflung, Trauer und Angst, wenn man getreu dem Motto „der Indianer kennt keinen Schmerz“ als Mann nicht weinen darf?

Göttlicher hat 7 Jahre intensiv im Atelier gearbeitet und seine Motive und Wege gefunden. Seine Cowboys und Reiter sind auf dem Weg, stehen in ihrer Wut im Regen und stehen dort doch eher ratlos und verloren, als tatkräftig und entschlossen. Der Habitus ist vertraut, die fehlenden Waffen und Pferdezügel lassen Freiheit und Leichtigkeit entstehen. Die bekannte inhaltliche „Einbahnstraße“ hat Göttlicher empathisch und farbintensiv aufgebrochen und lässt Raum für neues.

Als zweite Seite seiner künstlerischen Existenz gruppieren sich Tiere, Vögel, badende Menschen und Blumen in der Ausstellung. Die großformatigen imposanten Arbeiten zeigen Göttlicher als Meister der Farbe, Form und Thematik, der auch komplizierte malerische Probleme zu lösen weiß und als Virtuose der kleinen Form. Sind die großformatigen Arbeiten komplexe Bilder, werden die kleinen Motive dem Künstler angenehme Ableiter von Lust, Frust und zur puren Malfreude.

Dadurch ist Göttlicher als ein kompletter Maler gekennzeichnet. Prof. Schneckenburger beschrieb auch den künstlerischen Werdegang Göttlichers, den er auch weiter aus den Augenwinkeln begleiten wird, da noch viel von ihm zu erwarten ist.

Die Vernissagegäste waren beeindruckt von den profunden kunsthistorischen Bezügen, die Schneckenburger zog und konnten den komplexen Gedankengängen gut folgen, da der Kunsthistoriker auch gleichzeitig als Pädagoge, die Gäste zu jedem beschriebenen Werkblock mitnahm.

Die Galeristin Christiane Hoffmann, die sich bei ihrer Begrüßung schon als „Schneckenburger-Fan“ geoutet hatte, beschrieb dessen wegweisenden kunsthistorische Tätigkeiten als künstlerischers Leiter der documenta 6 + 8 und freute sich diesen Kenner der Kunst für den Abend in der Galerie Hoffmann gewonnen zu haben.

Bereits zu dieser Zeit, waren etliche Arbeiten des Künstlers verkauft und erst nach Mitternacht erloschen die Lichter in der Galerie Hoffmann.

Die Ausstellung Franz Ulrich Götterlicher „Auch BAD BOYS haben Haustiere“ ist noch bis zum 31. Juli 2017 in der Galerie Hoffmann zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstags bis Freitags von 11 bis 17 Uhr und Samstags von 10 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung. Die nächste Late Night in the Gallery findet am Dienstag, den 23.5.2017 von 19 bis 21 Uhr statt.

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