In der aktuellen Ausstellung “Ren Rong – Pflanzenmenschen” fällt eine großformatige malerische Arbeit des Künstlers auf, die den großen Vorsitzenden Mao mit dem Pflanzenmenschensignet von Ren Rong zeigt.

Mao lacht und winkt, ist augenscheinlich guter Laune und ist in seiner typischen Uniform mit der Kappe mit dem roten Stern wiedergegeben.
Die Ikonografie der chinesischen Darstellungswelten hat Ren Rong mit typisch westlicher Leichtigkeit mit der Zutat, seinem Pflanzenmenschen versehen. Biografisch ist diese Zutat, der Wunsch doch von Angesicht zu Angesicht mit Mao zu reden, seine Bildtradition, die der junge Ren Rong im Hause seiner Eltern erlebt hat nachzuspüren und das Charisma des Menschen Mao mit der Diskussion über das jetzt in China aber auch über den Zustand der Welt, an dem China nicht unwesentlich beteiligt ist zu führen.
Das Bild löst bei jedem Besucher der Galerie Emotionen aus, Gespräche finden statt und sogar Fragen, die vor Jahren oder Jahrzehnten unbekannt waren werden gestellt. “Wer ist der Mann auf dem Bild” hören wir öfter von jungen Menschen, die diese plakative Form des Motivs, ein einzelner Mensch, realistisch bzw. surreal da ideal dargestellt, ikonografisch in die Plakatkunst des 20 Jahrhunderts gehörig, nicht mehr gewohnt sind.
Realismus ist heute immer gleich Fotorealismus und da irriert die sichtbare Verfremdung durch eine Art Idealisierung, die das künstliche der Darstellung unterstreicht.