Zeitgenössische Kunst verstehen – Sammlergespräch mit Dr. Dr. Thomas Rusche und Uta Schotten

Sammler, Museumsleiter, Unternehmensberater, Banker und Kunstfreunde und Kunstfreundinnen fanden sich zusammen, um die Diskussion des bekannten Sammlers Dr. Dr. Thomas Rusche mit der Künstlerin Uta Schotten aus Köln zu erleben.

Uta Schotten Thomas Rusche

Künstlerin Uta Schotten und Sammler Dr. Dr. Thomas Rusche

Die Eingangsthese des Sammlers, umschrieb eine kunstgeschichtliche Entwicklungslinie:

Die Freiheit der Kunst in den letzten 50 Jahren und die daraus resultierenden Möglichkeiten, die bereits alle ausgeschöpft sind, hat bei der jungen Künstlergeneration dazu geführt, dass eine Rückschau auf vergangene Jahrhunderte wieder möglich geworden ist. Nicht als gefühlsduselige verkitschte Attitüde, getreu dem Motto „früher war alles besser und aus Holz“, sondern als Dialog mit den Ausdrucksformen, Inhalten und Fragestellungen, die auf ihre Tauglichkeit für das 21. Jahrhundert befragt werden.

Sammlergespraech Galerie Hoffmann

Das Werk Uta Schottens sei darin stimmig, weil sie ganz in der Möglichkeit der Abstraktion und der Reduktion bleibt, keine malerische Präzision als Fleißarbeit anstrebt, aber offen ist für Themen und Motive, die schon in der alten Kunst Eingang fanden, aber von ihr auf die Relevanz von heute in der Malerei befragt werden.

Das Fussballfeld, wird als Feld genauso assoziiert mit dem „Feld der Ehre“, auf dem Legionen von jungen Generationen immer wieder geopfert wurden und das heute in der Überhöhung durch Medien und Zuschaueremotionen wieder zu einem modernen „Galadiatorenspektakel“ aufgebaut wird. Beide Sichtrichtungen (Vergangenheit und Gegenwart) liegen darin begründet und das saftige, kräftig Grün hebt sich fast schmerzhaft von den Umgebungsfarben ab, die Vergänglichkeit, Morbidität und Erdung transportieren.

Thomas Rusche Christiane Hoffmann Galeristin

Galeristin Christiane Hoffmann und Sammler Thomas Rusche

Was die Künstlerin antreibt, warum sie sich der Kunst zugewandt hat, wollte das Publikum wissen. Mit Malerei die Welt zu verändern und eine Ausdrucksform in der Malerei als leise und ihr entsprechend gefunden zu haben, war der Antrieb Uta Schottens schon von klein auf. Diese Möglichkeit den Betrachter ohne viele Worte zu berühren, Gedanken auszulösen, einen langen Schauprozess und ein Leben mit der Kunst zu ermöglichen begeistert sie bis heute.

Kuenstlergespraech Galerie Hoffmann

Dr. Dr. Thomas Rusche unterstrich noch eine andere Qualität der Arbeiten Uta Schottens, die in der Reduktion und in der Bildsprache der Künstlerin liegt. Die Motive sind eingängig und überraschend unspektakulär, aber ein „Fertigmalen“, hinzufügen, auffüllen mit realistischen Dingen und Anmutungen geht bei diesen Bildern nicht. Sie sind in ihrer scheinbaren Einfachheit perfekt und ausgewogen, so dass ein weiteres Zutun nur Zerstörung und nicht Ergänzung wäre.

Reduziert auf das Wesentliche in einer hoch ästhetischen, malerisch klaren Form. Malerei die etwas zu sagen hat, ohne auf die Effekthupe zu hauen und nach kurzer Zeit belanglos zu werden. Zeitgenössische Malerei, die ihres Gleichen sucht.

Eine angeregte Diskussion aller Teilnehmer in kleinen Gruppen folgte. Kunst als beherrschendes Thema bis zum Ende des Abends.

Alle Fotos: CONZENTRAT Düsseldorf

2 Kommentare zu Zeitgenössische Kunst verstehen – Sammlergespräch mit Dr. Dr. Thomas Rusche und Uta Schotten

  1. Pingback:Ausstellung Uta Schotten – Malerei verlängert | Galerie Hoffmann Contemporary Art

  2. Pingback:Jetzt live das Video zum Künstler-Sammlergespräch Thomas Rusche und Uta Schotten | Galerie Hoffmann Contemporary Art

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.