Ren Rong – Pflanzenmenschen – Kunstdialog in Hilden

Christiane Hoffmann | Oktober 18th, 2008 - 21:01

Ren Rong ist längst kein unbekannter Künstler in Deutschland mehr. Der 1960 in Nanjing in der Volksrepublik China geborene Künstler besitzt seit 1990 auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Ren Rong arbeitet seit über zwanzig Jahren abwechselnd in Deutschland und China. Ren Rong ist somit ein gesamtdeutscher Künstler und Weltenbürger in einem.

Seine Heimat mit der über 5.000jährigen Geschichte und der tiefen Prägung der Kulturrevolution, der Innovationsfreude und der Lebenslust der Menschen dort,  gegenüber unserer “kurzen” gesamtdeutschen Geschichte und der manchmal etwas schwermütigen Art der Menschen hier.

Bildquelle: Geuer und Breckner, Pflanzenmensch Eisenskulptur

Ein spannender Lebenskontrast und ein reiches Feld an Kunst- und Kulturformen die sich verschmelzen, einander befruchten und neues Leben spriessen lassen.

So oder so ähnlich könnte man Ren Rongs arbeiten der “Pflanzenmenschen” umschreiben. Auf mehrteiligen Bildern, die die chinesische sozialistische Kunst zitieren wird eine Pflanzenmenschenform eingegeben. Als Muster darüber gelegt und so Teil der Komposition werdend, als automomes Zeichen, als Eisenskulptur oder florales Blütenmotiv innerhalb von realistisch gemalten Pflanzen, Büschen und Sträuchern.

Bildquelle: Geuer und Breckner: Ren Rong

Man könnte an Elemente des chinesischen Scherenschnitts denken, wenn der im Profil gezeigte Kopf nicht diese Zackenbekrönung hätte, die auch als Krone durchgehen könnte. Das Profil mit dem offenen Mund über dem blätterbewachsenen Stengelhals, der sich schlangenförmig mit Blattwerk zu Boden rangt sind in vielen Arbeiten als Muster, Hauptmotiv oder als Skulputur frei ausgearbeitet, mal kurz, mal lang zu sehen.

Pflanzenmenschen eben. Oder als Zitat von Mao, der mit den “lasst 100 Blumen blühen…” einen der Sätze der späteren Kulturrevolution prägte und das ganze Land China veränderte und die Menschen in ihm. Pflanzenmenschen als Sinnbild für menschliches Leben in Einklang und Teil der Natur, aber auch Pflanzenmenschen zurückgestutzt auf Überleben und weniger als Individuum oder als Zivilisationsprodukt gesehen. Und was ist aus den Menschen geworden? Eine neue Art, eine neue Entwicklungsstufe? Fragen an die Werke und den Künstler dahinter.

Ren Rongs Werk ist abwechslungsreich und nimmt fast alle Kunstgattungen auf: Malerei, Holzschnitt, Skulpturen und Objekte sowie Installationen. In Hilden wird Ren Rongs Malerei gezeigt. Seit den 90er Jahren gibt des den “Pflanzenmenschen” in Rongs Werk.

Ein Aufhänger zum Dialog mit dem Künstler Ren Rong, eine Metapher für die politischen Entwicklungen in China und als Chiffre für den möglichen Dialog von Ost und West, von China und Deutschland im hier und jetzt. Die Ausstellung vom Kulturamt der Stadt Hilden in Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Galerie Geuer und Breckner wird vom 9.11. bis 30.11.2008 im Kunstraum im Gewerbepark Süd, Hofstrasse 64 in Hilden gezeigt.

Christiane Hoffmann von der Kunstagentur Hoffmann wird in die Ausstellung “Pflanzenmenschen” in Hilden einführen und einen Kunstdialog mit dem Künstler führen.

 





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