Vortrag Emil Nolde Kunstvortrag

Vortrag zur Ausstellung “Emil Nolde – Begegnung mit dem Nordischen” Kunsthalle Bielefeld:

Die Kunsthalle Bielefeld zeigt die Ausstellung „Emil Nolde -Begegnung mit dem Nordischen”, die noch bis zum 12. Mai 2008 zu sehen ist. Dabei wird die Sichtweise und Rolle des großen Expressionisten Nolde als „Nordischer Maler” neu betrachtet. Passend dazu ist die Kunsthalle ein ein hellblau-türkis getaucht worden, das den Bildern als Hintergrundfarbe gut tut.

Dieser Vortrag zeigt anhand ausgewählter Objekte den Aspekt des “nordischen”. Der Begriff ist als geografische Abgrenzung gegen West und Süd zu verstehen und steht in der Tradition des Malers Caspar David Friedrich, der als erster Künstler bewusst nicht mehr nach Italien reisen wollte um sich in seiner Kunst und im künstlerischen Ausdruck zu vervollkommnen. “Wem der deutsche Mond nicht reicht”, der taugte in CDFs Augen nicht.
Nolde hatte zu diesem “Verortungszeitpunkt” schon die Südsee kennen gelernt und er verortete sich als Künstler in seiner heimischen Umgebung und nahm diese sehr ernst. Die Menschen auf dem Markt, die Ostsee, eben die direkte Lebensumgebung war Motivfundus genug. Das die Arbeiten sich vom persönlichen ins expressive Allgemeine steigerten und Nolde in ihnen schwer entschlüsselbare Fantasiewelten schuf zeigt seinen künstlerisch weiten Horizont. “Wer nicht träumen kann, bleibt dahinter”, meinte der Künstler selber zu diesen Arbeiten. Immer im Zwischenlicht auch Fabelwesen sehend, war er als Seismograf empfindend unterwegs.