Bacon gehört zu den bedeutendsten gegenständlichen Malern des 20. Jahrhunderts. In seinem Werk setzt er sich vornehmlich mit der menschlichen Figur auseinander. Als entstellter, deformierter, teils amputierter Körper, ist sie Ausdrucksträger alltäglicher Gewalt. Reduziert auf ihre bloße Kreatürlichkeit stehen Bacons Figuren für eine Existenz ohne Sinn und Erlösung. Im Jahr 1964 ist Francis Bacon erneut Teilnehmer der documenta III in Kassel. 1971 steht er an der Spitze einer Rangordnung der zehn bedeutendsten lebenden Künstler. Es gab so viel Krieg in meinem Leben”, bekennt Francis Bacon in seinem letzten veröffentlichten Interview drei Monate vor seinem Tod. Der Maler spannt damit eine Hintergrundfolie, vor der man sein Werk deuten kann, rückt Lebenslage und Schaffen in einen spezifischen Zusammenhang. Tatsächlich spielt der Gewaltaspekt eine zentrale Rolle in Bacons Bildern. Immer wieder beschäftigt er sich mit den Themen Gewalt, Zerstörung und Verfall, in deren Zentren die menschliche Figur steht. Torsohafte, verkrüppelte Körper, bluttriefende Fleischmassen und verstümmelte Kadaver sind erklärte Ausdrucksträger exzessiver Gewalttätigkeit. Seine Entwürfe sind Spiegel der Schicksalhaftigkeit menschlicher Existenz, die für ihn ein Dasein zum Tode ist.