Esther Miranda – Vespa

Es ist irgendwo auf einer sommerlichen Straße an einem belebten Platz. Zwei junge Frauen stehen hinter und an ihrer Vespa und bereiten die Abfahrt mit dem Motorroller vor. Ein Passant kreuzt lässig die Szene. Ein Taxistand im Hintergrund und Geschäfte entlang des Straßenkorridores. Die Szenerie in hellen sonnigfarbigen Tönen gehalten, so dass der kühlende Fahrtwind, der gleich beim Abbrausen mit der Vespa auf der Haut entsteht, spürbar wird.

Esther Miranda Vespa 2016 80 140
Bildquelle: Esther Miranda „Vespa“, Öl auf Leinwand, 80 x 140 cm, 2016

Die spanische Künstlerin Esther Miranda hat diese Alltagsszene mit all ihrer friedlichen und freundlich gelassenen Beschreibung flüchtig und treffend auf die Leinwand gebracht. Flüchtig, da sie bewußt eine zu große Realitätsnähe vermieden hat. Die Straße kann überall in Europa sein, ob Stockholm oder Rom, ob Lissabon oder Berlin. Die Malweise mit bewußt unklar gehaltenen Hintergrundarchitekturen ist nicht zu lokalisieren. Auch die Frauen sind unbestimmt zwischen 16 und 30 Jahren alt. Dadurch ist der Wiedererkennungswert für den Betrachter groß, weil er oder sie diese Situation schon selbst an unterschiedlichen Stellen der Welt beobachtet hat. Alles bleibt offen, nur der Motorroller ist als Vespa zu erkennen. Der italienische Kultroller, der bis heute eine große Fangemeinde hat. Der Motorroller selber ist aber ebenfalls nicht genau im Jahrgang seiner Entstehung festgelegt.

Die Künstlerin schafft mit diesem Motorroller ein Synonym für junge ungebundene Mobilität in der Stadt. Freiheit und Lust sich an der frischen Luft zu bewegen schwingen in dem gesamten Bild mit. Keine Fernreiseromantik, das tägliche urbane Gefühl von Freiheit und Coolness, Lässigkeit und Jugend schwingt in dem Bild mit.
Esther Miranda feiert in ihren Arbeiten das ungezwungene, sichere Leben in der Großstadt. Selbstbestimmt ohne gesellschaftliche und kulturelle Zwänge, ist sie in ihren heiteren Kunstwerken als überzeugte Europäerin mit den Errungenschaften von Demokratie und Freiheit zu erkennen. Ihre Bilder sind ein Statement für diese Lebensform, die Qualität und Respekt für den Einzelnen in seiner Individualität möglich macht.
Das ist eines der Erfolgsrezepte von Esther Miranda, die zusammen mit Marion Große-Wöstmann noch bis zum 31.5.2016 die Ausstellung „Sehnsuchtsorte“ in der Galerie Hoffmann bestreitet.

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.