Ilka Meschke – Das Bad

Der Sommer geht, der Herbst kommt, da ist das Bild von Ilka Meschke – Das Bad, 100 x 140 cm, 2012 genau das richtige. Der heiße Sommer, der für die Familie, bestehend aus Vater, Mutter und zwei Kindern, eine willkommene Abkühlung im nahen Badesee liefert ist Erinnerung und Zustandsbeschreibung zugleich.

Alle Mitglieder der Schwimmgruppe oder Familie sind im und auf dem Wasser, in für sie typischen Posen und Situationen gezeigt. Der Vater der links oben im bewegten Wasser rücklings liegend und die Beine angezogen, so dass die Knie aus dem Wasser ragen, die Seele baumeln lässt. Das ältere der beiden Kinder, der im Ruderboot stehend den Horizont jenseits des Sees aber auch als Metapher jenseits der familiären Nähe oder Enge schon sein eigenes (Erwachsenenen-)Leben versucht zu sehen und Mutter die mit dem jüngeren Kind im hüfttiefen Wasser mehr wartend als schwimmend Halt und Abkühlung sucht. Alle sind im Vertrauen zu einander an Stellen im See unterwegs, die für sie jetzt und im Zusammenspiel mit den anderen angenehm und richtig sind. Nähe und Distanz, Zusammengehörigkeit, Abhängigkeit, Vertrauen und Freiheit finden sich so, ganz unaufgeregt in dem Bild „Das Bad“ wieder.

Boot und Figuren sind in der für Ilka Meschke typischen Art und Weise realistisch und korrekt gemalt, aber ohne eine Distanz der Unklarheit in den Gesichtern oder Körpern der Figur zu belassen, die eine direkte Indentifikation nicht möglich macht. Es ist nicht „die eigenen Familie“ es ist eine Familie, vielleicht auch eine zufällige Schwimmgruppe, die für den Betrachter für einen Moment als Eindruck erfassbar ist. Offen ist das Bild und alle Objekte sind im Bild in der bewegten , stark die Pinselführung betonenden Malweise der Künstlerin umfangen. Das Wasser ist bewegt und ist komplett in den Umgebungsfarben vermutlich eines Waldsees aufgelöst. Eigentlich ist das kein Wasser, obwohl „Wasser“ die einzige sinnvolle Erklärung dieses Umraumes ist.

Zeigen und doch malerisch auflösen, verdecken und mit der Assoziation des Bertrachters spielen. Ilka Meschke schafft diese künstlerischen Brückenschläge in ihrem Bilder mit Bravour und Meisterschaft. Und „Das Bad“ ist so eine gemalte Idee eines Sommertages mit Badevergnügen, das auch Metapher des Lebensweges, als ruhiger Fluss in unterschiedlichen Stufen des Menschseins ewig gelten kann.

Das Bild „Das Bad“ ist in der Ausstellung Ilka Meschke – Malerei noch bis zum 28.12.2012 in der Galerie Hoffmann zu sehen.

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