Ilka Meschke – Dear Beast

Die Künstlerin Ilka Meschke hat 2017 wieder eine neue Werkreihe begonnen, die in ihrer malerisch-innovativen Art mit klaren und doch doppelbödigen Themen überrascht.
Der Aspekt der Werkgruppe ist durch die feine Licht- und Schattenwirkung beherrscht, die aber wie eine Bühnenbeleuchtung indirekt ihre Wirkung entfalten.

Bildquelle: Ilka Meschke, Dear Beast, Öl auf Nessel, 2017

Ein nicht näher bestimmter Blick in einen Raum, der durch den einfallenden Sonnenschein, der ein Fensterkreuz als Schatten abzeichnet, geöffnet wird. In dem indirekten Lichtkegel, wird der „Spot“ auf eine einzelne Rose oder andere Dinge des täglichen Alltages möglich. Diese sind, wie für ein Stillleben üblich, fein und versetzt arrangiert, so dass die Zufälligkeit der Anordnung und das In-Szene setzen eines gewollten Settings verschwimmen. Ja, so kann eine achtlos abgelegte Rose auf dem Tisch liegen, so eine Farbtuben- und Malutensilienansammlung zum Stehen kommen.

Die drei neuesten Arbeiten, die jetzt in der Galerie Hoffmann erstmals zu sehen sind, überraschen durch den Kontrast. Einmal ist die Klarheit Programm der Bilder und der Metatext der Bilder erscheint, wenn man sich in der feinen und gestischen Malerei Meschkes eingesehen hat.

Ist im Bild „Dear Beast“ die liegende, langstilige Rose, allgemein als Liebespfand erkennbar nach einem romantischen Abend zu zweit abgelegt und nicht in die Vase gestellt, weil man zu Hause oder im Hotel besseres zu tun hatte…

Oder ist das Liebespfand auch ein Geschenk, das die Abgründigkeit und die Leidenschaft einer Beziehung transportiert? Jedenfalls ist das überraschende Etikett am Stil der Rose, das keine Widmung oder einen Namen trägt, sondern die englischsprachige Anrede „Dear“ und dann den überraschenden Adressaten „Beast“ trägt, doch erstaunlich.

Wer ist das „Beast“ und warum? Was hat zu dem Liebespfand mit dem „Namensschild“ geführt. Überraschung und Spiel mit dem Unsichtbaren, Metapher und Start einer Geschichte.

Das Bild von Ilka Meschke, als Querformat in Öl auf Leinwand ausgeführt überrascht und ist ein typischer „Meschke“ in jeder Hinsicht.

Ilka Meschke, o.T. Öl auf Nessel, 2017

Ilka Meschke, Mal-Zeit, Öl auf Nessel, 2017

Die anderen beiden hochformatigen Arbeiten zeigen einen Blick in einen Raum, beleuchtet durch eine Lichtquelle von linksaußen. Es öffnen sich zwei Blicke auf je eine angenommene Tischplatte. Auf der rotgrundigen Fläche liegt ebenfalls eine Rose und Kirschen, die mit einer roten Flüssigkeit, vermutlich der Kirschsauce verschüttet wurden. Auf der anderen blaugrundigen Fläche stehen und liegen Malmittel eines typischen Atelierprozesses. Beide könnten so als Motiv aus einem Künstleratelier gedeutet werden. Einmal die Materialien eines Künstlers und einmal eine Szenerie als Motiv für ein Gemälde.

Ilka Meschke hat so auch durch die Formatgleichheit ein Pendantbild entworfen, das scheinbar vor und hinter den Kulissen der Kreativität stattfindet.

Alle drei sind im ersten Quartal des Jahres 2017 entstanden und daher als neue Werkgruppe zu begreifen. Die Bilder sind jetzt in der Galerie Hoffmann Contemporary Art zu sehen. Öffnungszeiten Dienstags bis Freitags von 11-17 Uhr, Samstags von 10-14 Uhr und nach Vereinbarung.

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