Spiegelungen von Gan-Erdene Tsend

In der aktuellen Ausstellung “On the move – Contemporary Mongolian Art” mit den drei aus der Mongolei stammenden Künstlern Namuun Batmunkh, Gan-Erdene Tsend und Prof. Narangerel Tsendsuren sind drei eigene unverwechselbare Handschriften zu erkennen.

Der Maler Gan-Erdene Tsend, der bereits mit großem Erfolg zum zweiten Mal in der Galerie Hoffmann neueste Arbeiten zeigt, hat mit dem Thema „Spiegelungen“ nicht nur den Kunstpreis Wesseling 2012 gewonnen, er hat es geschafft eine horizontale und vertikale Bedeutungsebene in seine Bilder zu bringen.

Zwei Welten 2, 180x130cm,2012

Gan-Erdene Tsend: Zwei Welten, Spiegelung II, 180 x 130 cm, Öl auf Leinwand

Indem in die scheinbar reale Ebene eine oder zwei Personen die einen Weg entlang laufen oder in einer Position verharren zu erkennen sind und in der Wasserspiegelung, die das Bild scheinbar auf den Kopf stellt, ist eine Person mehr zu erkennen. Für viele Betrachter ist diese künstlerische Intervention eine überraschende Irritation und öffnet das Bild, das mit diesem „Fehlen“ plötzlich eine Zeitdimension erhält.

Ist das Gegenwart und Zukunft, ist das Gegenwart und Vergangenheit? Einsamkeit und Melancholie werden sichtbar, scheint doch ein naher Mensch zu fehlen. Doch fehlt er wirklich? Fehlt er ganz auf dem weiteren Lebenweg oder ist es nur für eine kurze Zeit der Trennung? Der Partner nimmt Abschied, um ein Studium zu beginnen oder er muß beruflich für eine Zeit auswärts arbeiten? Trennen sich zwei Lebenswege? Oder geht jeder Einzelne seinen eigenen Weg, um am Ende wieder vereint zu sein? Was ist Gegenwart, was Vergangenheit, was Zukunft? Ist es real oder nur ein Traum? Eine nahegehende Art der Darstellung, die durch ihre Brillianz besticht und dann eine scheinbar sehnsuchtsvolle Note erhält.

Der Künstler, der sehr genau Beziehungen und Geschichten von Menschen studiert hat, wird oft von Betrachtern bestätigt, dass sich diese Geschichte so und so abgespielt hat und er damit eine Seite in seiner Kunst zum Klingen bringen kann, die vielen Menschen vertraut ist.

Die Arbeit „Spiegelung II“ ist in der Ausstellung “On the move – Contemporary Mongolian Art” noch bis zum 1.12.2013 in der Galerie Hoffmann Contemporary Art, Lange Str. 50, 33378 Rheda-Wiedenbrück zu sehen. Dienstags bis Samstags von 14.30 bis 18.00 Uhr und nach Vereinbarung.

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